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 — Artikel  —  — Zwei Stimmungsarten in einer Orgel  —
organischer anordnen als z.B. 17 oder 19 Töne. Sechs Töne sind in beiden Stimmungen gleich und jeweils sechs Töne werden doppelt aufgestellt. So erhält man eine übersichtliche Aufstellung, die sechs "gleichen" Töne können z.B. in der Mitte eines Pfeifenstocks stehen und jeweils rechts und links bzw. davor und dahinter die Pfeifen für die doppelt besetzten Töne.
Eine weitere Verbesserung oder vielleicht besser Veränderung an dem Stanford-Konzept habe ich mit der Umschaltung vorgenommen. Nach der Intonation ist die Tontraktur das wichtigste und sensibelste Element in einer Orgel. Deshalb wollte ich ungern in die Tontraktur eingreifen. Unempfindlich ist dagegen die Registertraktur. So entschied ich mich, über die Schleifen die jeweilige Stimmung zu schalten.
Für diese Schaltung gibt es nun prinzipiell drei Möglichkeiten.

1. Möglichkeit
Die Pfeifen stehen auf einer Schleife, die einmal in die eine und dann in die andere Richtung geschaltet wird. Die Schleifenbohrungen für die sechs "gleichen" Pfeifen sind doppelt oder sind Langlöcher, die Bohrungen für die doppelten Pfeifen werden z.B. davor und dahinter gesetzt.
Vorteil: Aufwand ist relativ gering, alle Pfeifen können "auf Stich" stehen
Nachteil: die Schaltung im Spieltisch ist nicht einfach, z.B. Knopf Mittelstellung Register aus, Knopf rein mitteltönig, Knopf ganz raus wohltemperiert, oder über einen "Wechselschleifenzug"
Bei einer elektrischen Registertraktur ist dies natürlich kein Problem,
2. Möglichkeit
Die Pfeifen stehen auf zwei Schleifen, angeordnet und geschaltet wie eine Wechselschleife.
Vorteil: relativ einfache Registereinschaltung
Nachteil: nur die sechs doppelten Pfeifen können "auf Stich", also direkt über der Bohrung stehen.
Die sechs "gleichen Pfeifen erhalten zwei Bohrungen (in jeder Schleife eine, die dann im Stock zusammengeführt werden.

3. Möglichkeit
Die Pfeifen stehen auf drei Schleifen. Jede "Sechsergruppe" Pfeifen erhält eine eigene Schleife. Die "gleichen" Pfeifen stehen auf einer Schleife, die z.B. in der Mitte liegt und direkt über eine normale Registertraktur mit dem Spieltischknopf verbunden ist. Die sechs Pfeifen der mitteltönigen Stimmung stehen dahinter oder davor auf einer eigenen Schleife, ebenso die sechs Pfeifen der wohltemperierten Stimmung. Es wird nun eine Schaltmöglichkeit gebaut, die gestattet, daß einmal die vordere Schleife und einmal die hintere Schleife dieses Registers mit der mittleren Schleife mitgezogen wird.
Vorteil: alle Pfeifen können "auf Stich" stehen, die Ordnung auf der Windlade kann sehr übersichtlich gehalten werden, da durch die eigenen Schleifen der Platz relativ beliebig gewählt werden kann
Nachteil: Bau einer geeigneten Umschaltung, entweder einzeln für jedes Register, oder als Generalhebel, bei der dann aber alle Register vorher abgestoßen werden müssen.
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